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Tierschützer die keine sind…

16 Feb Posted by in Allgemein | Comments
Tierschützer die keine sind…
 

TSHundErst diese Woche hatte ich wieder einen Termin bei einem Kunden mit einem völlig verängstigten Hund aus dem Tierschutz. Dieser Hund hatte einen Punkt erreicht, an dem er nicht mehr hinter der Eckcouch hervorkommen wollte. Natürlich dachte ich bei einem Hund aus dem Tierschutz an schlechte Erfahrungen vor der Vermittlung, aber weit gefehlt. Die Besitzerin erklärte mir, dass der Hund erst seit ca. einer Woche sein Versteck nur unter Zwang verlassen würde. Davor war er zwar auch ängstlich, aber nicht in diesem Maße. Sie hätten auch alles versucht, dass es besser wird und wurden durchweg von den Vermittlern unterstützt. Wirklich jeden Trainingsrat haben sie befolgt. Sie haben den Hund immer länger in den angstmachenden Situationen belassen und seine Angst ignoriert. Sie haben ihre Rudelstellung klar aufgezeigt und zwischendurch Rescue Tropfen gegeben. Es wurde ihnen auch völlig verständlich erklärt, dass der Hund da durch müsse und eine klare Rudelstruktur ihm Sicherheit geben würde. Die vermittelnde Dame meinte dann, dass es unverständlich wäre warum es jetzt schlimmer sein soll und die Besitzer könnten sich ja noch einen Trainer dazuholen.

Wieder ein Fall von „Schlimmer geht immer“. Es macht mich wirklich wütend, dass Menschen ohne fundiertes Wissen, aufgrund ihrer Erfahrungen im Tierschutz, denken sie könnten Menschen in Trainings- und Therapiefragen anleiten.
Dies ist, als wenn man die Symptome eines anderen Menschen hört und ihm aus Erfahrung eigener Verschreibungen Medikamente empfehlen würde. Der Nachbar erzählt einem, dass er seit Wochen schlimmen Husten hat und man empfiehlt ihm sich sich mal irgendwo ein codeinhaltiges Hustenmittel zu organisieren, statt einen Arzt aufzusuchen.
Es ist auch leider keine einzelne Empfehlung, die mal schief gegangen ist. Empfehlungen wie:
„Dieser Hund braucht Jemandem, der ihm zeigt wer der Chef ist“
„Wenn die beiden Katzen ihren Territoriumsstreit geregelt haben, ist alles wieder ok“
„Der muss da durch und dann gewöhnt er sich schon daran“
„Wenn er knurrt, drücken sie ihn einmal schnell auf den Boden“
„Wenn die Katzen aufeinander losgehen, bespritzen sie sie mit Wasser“
sind keine Ausnahmeerscheinung. Diese Dinge sind weit entfernt von Tierschutz. Trotzdem halten es diese Personen für absolut richtig und geben zu bedenken, dass sie schon seit 15 – 100 Jahren im Tierschutz tätig sind und schon wüssten was sie tun.

Tierschutz ist mir nicht fern und er ist mir auch wichtig, aber nur solange es Tierschutz bleibt. Ich verstehe den Wunsch den neuen Haltern helfen zu wollen, kann aber nicht verstehen was man alles in Kauf nimmt um nicht verweisen zu müssen.Boxer
Natürlich wissen diese Personen in den meisten Fällen nicht um die möglichen Folgen ihrer Empfehlungen.
Natürlich geben auch genug andere Menschen solche Ratschläge und man kann nicht verhindern, dass solche Sätze im Umlauf bleiben. Derjenige aber, der ein Tier vermittelt, trägt besondere Verantwortung aufgrund der Nähe zu dem neuen Halter. Er ist Ansprechpartner und erklärt dem neuen Halter viel über sein neues Familienmitglied, über dessen Vergangenheit und Charakter. Diese Informationen sind unheimlich wichtig für den neuen Halter und diese zu vermitteln ist eine großartige wichtige Aufgabe. Das sollte aber nicht dazu genutzt werden Erziehungstipps aus dem eigenen Nähkästchen zu geben. Menschen die ein Tier oder auch ein schwierigeres Tier adoptieren möchten, planen auch notwendigen Aufwand ein.

Wäre mit dem oben genannten Hund sofort fundiert gearbeitet worden, wäre den Haltern und dem Hund eine Menge Leid erspart geblieben. So haben diese Menschen und ihr Hund mehr zu tragen als sie müssten, weil jemand der Meinung war, dass er schon wüsste was er tut, da er schon viele solcher Hunde vermittelt hat.

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