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Konditionieren Sie noch oder Kommunizieren sie schon?

17 Okt Posted by in Artikel | Comments
Konditionieren Sie noch oder Kommunizieren sie schon?
 

starkes-Foto-Hund-auf-weissKeine ernst gemeinte Frage? Doch eine ganz ernst gemeinte Frage, die mir gestellt wurde.
Hier gibt es als Erstes schon mal ein Problem mit der Definition von Kommunizieren und Konditionieren. Daher frage ich nach. Also Konditionieren sei das permanente Bewerfen mit Leckerchen für Alles und Jedes. Ah interessant, klingt ja einfach. Aber Nein, das mache ich nicht. Ich nehme es dann doch etwas genauer mit diesem Konditionieren. Auch wenn Leckerchen sehr häufig wirklich eine entscheidene Rolle spielen.
Was ist jetzt unter der erwähnten Kommunikation zu verstehen? Denn ich kommuniziere tatsächlich mit meinen Hunden und fördere auch ganz gezielt die Kommunikation zwischen Hund und Halter. Gemeint ist aber eine Form der „Kommunikation“ über Körpersprache und bei fehlender Körpernähe der Gebrauch der Leine als „Kontakthilfe“.
Klingt das nicht nett, soviel Kommunikation zum Hund? Die Wirklichkeit ist doch um einiges weniger kommunikativ. Mit Körpersprache ist nicht etwa eine Form der Gebärdensprache oder Handzeichen gemeint sondern schieben, schubsen, drücken und an der Leine rucken. Warum alles nonverbal? Der Hund hat kein Sprachverständnis? Warum dem Hund dann überhaupt einen Namen geben und nicht einen ganz spezifischen Schubs als Namen? Der Hund hat ein gutes Verständnis für unsere Sprache. Der Hund ist uns tatsächlich sogar näher als unsere nächsten Verwandten die Affen. Er lernt eine Menge Worte inkl. ihrer Bedeutung im Laufe seines Lebens und das ohne spezifisches Training. Er kennt sämtliche seiner Kosenamen und weiß auch schnell wer Tina, Oma oder Tante Frieda sind.
Forschungen haben gezeigt, dass der Hund ganz ohne Einfluß unseren Fingerzeig versteht. Verkauft wird diese „Kommunikation“ über Körpersprache mit der Erklärung, dass Hunde untereinander auch so kommunizieren würden. Dabei gibt es unter Hunden keine solche Kommunikation. Schubst, schiebt oder zwickt ein Hund ausserhalb des Spiels, ist es Teil einer Auseinandersetzung. Ich lasse jetzt mal alles Fachliche und sämtliche Verhaltensforschung außen vor und appeliere nur mal an den gesunden Menschenverstand.

gähnender-HundWie können schieben, schubsen, drücken und rucken irgendeine Kommunikation darstellen? Warum den Hund ins Sitz drücken, statt ihm beizubringen sich auf „Sitz“ zu setzen. Woher die schwere Aversion gegen jede Form der Belohnung? Was tut daran so weh? Welcher Zacken bricht einem da aus der Krone? Es macht doch keinen Sinn einem Hund etwas mit Druck beizubringen und ihm somit immer wieder die Chance zu nehmen von sich aus das gewünschte Verhalten zu zeigen.

Auch wenn die verschiedenen Formen der Konditionierung mal kompliziert anmuten und der Begriff inzwischen eine verschreckende Wirkung zu haben scheint, sind sie eigentlich nichts anderes als Lernen. Warum die ablehnende Haltung dem Lernen gegenüber? Warum muss eigentlich jede ausgedachte Methode mit der Erklärung daherkommen, dass Hunde das untereinander auch so machen – selbst wenn Hunde es nicht so machen? Hunde beschnüffeln sich gegenseitig die Hintern, lecken am Urin einer läufigen Hündin und fressen jede Form von Fäkalien – wäre das nicht etwas für eine neue Methode? Das wäre wenigstens lustig für die Zuschauer.
Also mal Ernst, jeder sollte in sich hinein hören und solche Methoden hinterfragen. Nur für den Fall, dass es nicht klar geworden sein sollte: ich Konditioniere noch und lehne diese seltsame Form der Kommunikation ab.
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