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Warum ist Cesar Millan denn so umstritten?

23 Sep Posted by in Artikel | 1 comment
Warum ist Cesar Millan denn so umstritten?
 

Zähne-HundGewalt in der Hundeerziehung als Commerz und Marke.

Der spürbare Gegenwind betrifft nicht die Person Cesar Millan ansich, sondern die von ihm angewandten Methoden. Vielleicht muss man auch erwähnen, dass dieser Mensch nie auch nur den Ansatz einer Ausbildung zum Hundetrainer oder Ähnlichem genossen hat. Er ist lediglich einer Prominenten in die Arme gelaufen, die ihn puschte. Daher rühren auch die Probleme beim Bestehen der Sachkunde hier in Deutschland. Sprachbarrieren kann man in Anbetracht der Anwesenheit eines Dolmetschers wohl ausschliessen. Fehlendes Wissen, vor allem fehlendes Grundlagenwissen, führte zum Nichtbestehen der Sachkunde.
In welchem Bereich des Lebens ist es für uns denn denkbar, dass ein Mensch einen Beruf ausübt, den er nie gelernt hat? Die getroffenen Aussagen zu Hunden zeigen auch, dass sich dieser Mann eine ganz eigene Phantasiewelt mit eigenen Naturgesetzen um das Thema Hund aufgebaut hat. Mit Charme und Charisma konnte er diese Phantasien an viele Menschen verkaufen.
Menschen mag die Reaktion der Hunde wie eine Bestätigung dieser selbst ersponnenen Naturgesetze zu sein. Aber ist es wirklich ein kompliziertes Prinzip, dass jedes Säugetier Schmerzen, Angst und Druck vermeiden möchte? Denn so einfach lassen sich die so charismatisch und lustigen Prinzipien erklären.
Darüber hinaus sind diese Methoden auch noch gefährlich und bringen aggressive Hunde erst hervor, statt sie zu retten.
Immer wieder wird argumentiert, dass ihm nur sein Erfolg missgönnt werde. Ganz davon abgesehen, dass man Medienpräsenz nicht immer automatisch mit Erfolg verknüpfen sollte, ist dies nicht der Fall. Es gibt eine Menge erfolgreiche Menschen auf dem Gebiet Hundeverhalten und Verhaltensforschung, die der Masse nur deshalb kein Begriff sind, weil sie nicht zwischen den Skripted Reality Shows im Fernsehen gezeigt werden. Würden Ärzte nicht anprangern, wenn Jemand ohne Ausbildung im Fernsehen kranke Menschen mit Scharlartanerie behandelt und andere dies auch noch imitieren? Würden Psychotherapeuten nicht auf die Barrikaden gehen, wenn TV Shows beginnen würden Depressionen von selbsternannten Experten behandeln zu lassen?
Natürlich gibt es auch hierzulande keine einheitlich staatlich annerkannte Ausbildung zum Hundetrainer oder Hundepsychologen, aber neueste Entwicklungen zeigen einen Trend in diese gewünschte Richtung.
Es sind nicht nur – wie gerne behauptet wird – irgendwelche Hundehalter ohne Ahnung die einfach ihren Fifi verhätscheln und vermenschlichen wollen, die diese Methoden anprangern. Es sind Fachkräfte, Verhaltensforscher, Biologen und sogar ganze Ausbildungsinstitute die sehr fachlich erklären können, was an diesen Methoden so gefährlich und auch Tierschutzrelevant ist.
Die Pro-Argumente kommen von Komikern, Kollegen aus dem Showbusiness, Redakteuren diverser Zeitungen und Fans. Die Fans mal Beiseite genommen, kommt die große Masse dieser Pro-Argumente also nicht von Menschen mit wissenschaftlichem Hintergrund, sondern durch das Verkaufsinteresse an einer Marke. Man liest immer, dass den Gegnern ein fachlicher Hintergrund aberkannt wird, zuletzt einem aktiven Tierschützer, der sich anscheinend sehr intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Aber wo ist der fachliche Hintegrund der Pro-Argumentierer und dabei meine ich nicht die so oft erwähnte 30,40 oder 100 jährige Erfahrung mit Hunden?
Selbst viele Verfechter dieser aversiver Methoden wissen um die Gefährlichkeit, halten aber um des Showeffekts und der Lust an der Dominanz weiter daran fest.
Die wichtigste Frage an die Menschen, die diesen Menschen und seine Methoden verteidigen ist doch: Dürfte jeder Mensch ihre Steuererklärung machen, nur weil er nett und charismatisch ist oder würden sie dies nur eine Fachkraft machen lassen, vielleicht um einen Gefängnisaufenthalt zu vermeiden? Ja! Warum darf dann jeder nette und charistmatische Mensch ohne fachliches Wissen an ihrem Hund herum trainieren und seine selbst erfundenen Methoden öffentlich verkaufen? Wer haftet für die entstehenden Schäden?

Zähne zeigen gegen Gewalt in der Hundeerziehung

  1. Sabine Schrey09-25-14

    Sehr treffend geschrieben!
    Bei diversen Diskussionen mit CM-Fans hat mich vorallem die Tatsache beunruhigt, dass vehement aversive Methoden verteidigt und rechtfertigt werden obwohl es wissenschaftlich erforscht und belegt ist, dass es auch ohne geht. Die Hundehalter haben die Wahl und entscheiden sich für Gewalt – das sagt über die beteiligten Personen einiges aus…
    Die bekannten Universalargumente der Anhänger sind oft „glaubensorientiert“ und spätestens ab der Unterstellung von Neid und fehlender Sachkunde ist jede Überzeugungsarbeit bedauerlicherweise Energieverschwendung.

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